Hallo!
14: tonka schrieb am 28.08.2001 um 15:52 Uhr
tatsächlich hatte man noch niemals einen menschen so schnell torkeln sehen. bei einer internationalen torkelmeisterschaft hätte klimperliese sicherlich einen der vorderen plätze belegt. mit ein bisschen training könnte sie es sogar bei internationalen leichtathletikwettkämpfen im 100meter-lauf zu etwas bringen. aber nein, sie musste in nase und ohren puhlen. im frühjahr war sie 15 geworden aber immer noch versuchte sie den spagat zwischen pipi langstrumpf und catwoman. andere mädchen in ihrem alter hatten den kinderkram schon längst hinter sich gelassen. irgendwie musste das genetisch festgelegt sein. genau wie seine kleine schwester konnte ja auch digivader nicht so ganz von den freuden seiner kindheit lassen. „dnel,dnel,dnel...“
„sag mal digilein, sprechen konnte sie doch eigentlich ganz gut, oder?“ klunkerziege stand an der balkontür und ihre stimme klang warm und freundlich, ein hauch besorgnis schwang in ihren worten mit. „mit der kleinen stimmt was nicht. lass mal clear timeout machen und checken was los ist.“ oh, das war die alte klunkerbiene die da sprach. er strahlte wie ein kind, das beim fangenspielen grade noch das freio erreicht hatte als er antwortete: “klunkerchen, alte; machnwa. was meinste?“ sie hatte recht: klimperliese war zwar bescheuert und eine ewige nervensäge, sie war klein und verwirrt aber sie war nicht debil. „was ist los miezi?“ wisperte klunkerziege. „miezi“ war noch so eine grätsche zwischen kuscheltier und marvelcomicpowergirl. „wasn los, miez?“ als auch digivader sie mit ihrem nick ansprach sackte die liese wie ein nasser sack in sich zusammen. mit der blitzartigkeit eines erschreckten reptils hechtete digivader zu seiner schwester zurück. in letzter sekunde konnte er ihren kopf vor dem harten aufprall am boden bewahren. wie er sie so in seinen armen hielt war er plötzlich ganz liebevoller großer bruder. „sql-man“ hauchte sie. ein feiner blutfaden rann aus ihrem linken mundwinkel. ihn schauderte, eiskalte klauen gruben sich in seinen rücken. er starrte seine alte klunkerbiene an und sah tränen in ihren augen glitzern. “sql-man“ stöhnte sie.
13: sven schrieb am 22.08.2001 um 19:48 Uhr
Klimperliese war eine ausgesprochen jämmerliche, aber ebenso niedliche gestalt, die man mit fug und recht als fliegenschiß auf der windschutzscheibe von digivaders leben bezeichnen konnte, auch wenn sie das natürlich gar nicht gerne hörte. Und so wunderte es auch nicht weiter, daß sie einfach stehen blieb, als digivader ihr ein kurzes: „klimperliese, da geh her!“ entgegenwarf, bevor er sich richtung balkon bewegte, um auf klunkerziegens quirrel-geste gebührend zu reagieren( denn dort war sie wieder hingegangen, als sie klimperliese dann doch bemerkt hatte, und zwar ohne sie eines blickes zu würdigen). Nein, klimperliese blieb wie angwurzelt stehen. Stehen hieß bei ihr: xbeinig, die füße übereinander gestellt, den hintern leicht rausgestreckt, oberkörper etwas vorgebeugt, den hals so weit wie möglich gereckt, der kopf seitlich angewinkelt. Das war ihre absolute lieblingshaltung. Dazu hatte sie ihre lieblingsmimik an den tag gelegt: den zeigefinger der linken hand im rechten nasenloch und den ringfinger der rechten hand im rechten ohr, die zunge angestrengt im mundwinkel postiert und die augen auf den fußboden gerichtet. So konnte sie es stundenlang aushalten. Doch heute war ihr nicht danach, im gegenteil. Heute wollte sie alle überraschen, indem sie sich nicht in ihren üblichen schemen verhielt, neeiiin! Nicht stehen, sondern bewegen, schnell wie eine katze! sie wollte sich für digivaders unverschämtheiten rächen, von denen sie ein für allemal die genug hatte. „dnel gnie eide datfe!“, murmelte sie vor sich hin, „dnel, dnel, dnel...“, als sie auf digivaders zutorkelte...
12: tonka schrieb am 14.08.2001 um 18:00 Uhr
„denk nach, du alter arsch! los“ sagte er laut zu sich selbst. die gelegenheit war günstig. wachsende pflanzen und ihr geknirsch konnte er leicht ausblenden. hätte er das ausblenden nicht trainiert bis zum umfallen, wäre er schon längst wahnsinnig geworden bei all dem radau.
jetzt war noch zeit zum überlegen. die leibhaftige klunkerziege goss blumen und trällerte ein liedchen dazu „du kleine fliege, wenn ich dich kriege, dann reiss ich dir ein beinchen aus, musst du in das krankenhaus zum dr. sensemann, der klebt es dir mit spucke an“. nicht zu fassen wie dreist sie sich über seine kindercomics lustig machte und selbst kinderliedchen sang. noch dazu völlig falsch und schräg. nein, man konnte wirklich nicht behaupten, dass sie singen konnte. jetzt nahm er ihre dissonanzen gern in kauf, denn er wusste genau: klunkerziegen, die singen beissen nicht.
er durfte seinen plan nicht aus den augen verlieren. schliesslich war er nicht zu einem lächerlichen duell angetreten. er hatte grössere pläne. auf irgendeine weise musste er diesem geplänkel einhalt gebieten. lag es nicht nahe einen waffenstillstand zu schliessen, oder gar gemeinsame sache zu machen? seine finger trommelten nervös den rhythmus zu „du kleine fliege“. noch quäkte sie vor sich hin, aber wie sollte er innerhalb von minuten eine so schwerwiegende entscheidung treffen? sein getrommel steigerte sich zu einem stakkato. „wennichdichkriegewennichdichkriegewennichdichkriege“ drang es in sein ohr und ehe er sich‘s versah war er umzingelt, ach was umzingelt, alles war voll mit kleinen puscheligen wesen. quirrels. er kannte sie seit seinen kindertagen. die enterprise-episode mit diesen viechern war ihm immer die liebste gewesen. er kicherte leise. das konnte doch nur ein witz sein. auf ihre merkwürdige art wollte sie ihm wohl einen schritt entgegen kommen. sie würden eine friedenspfeife rauchen, er würde sie einweihen und gemeinsam würden sie die flunkerfliege machen. man könnte mal wieder gemütlich im club(junkerriege! was für ein dämlicher name.) rumhängen und das blaue vom himmel lügen. ein wohliges gefuehl breitete sich in ihm aus. er räkelte sich in seinem fauteuil.
klunkerziege war hereingekommen und stand ihm gegenüber. er betrachtete sie. wenn man es genau nahm war sie mehr ziege als klunker in diesem nerzchen, immer noch verdreckt. sie liess ein verärgertes hüsteln hören, als hätte sie seine gedanken gelesen. gleichzeitig kam bewegegung in den quirrelhaufen und mit schwung öffnete sich die tür zu ihrer linken. sie fuhr zusammen, drehte sich aber nicht um. hinter ihr stand klimperliese.
11: sven schrieb am 14.08.2001 um 09:42 Uhr
digivaders klappte seinen adamsapfel auf 43,2 grad und gab einen gutturalen laut von sich. klunkerzieges abbild verschwand auf der stelle. wieder einmal dankte er dem herrgott für seine stimme, die ebenso wie sein gehör zu erstaunlichen leistungen fähig war. er hatte ganz einfach die resonanzfrequenz erzeugt, die nötig war, um das künstlich erzeugte gebimmel samt gekichere und strassoptik zum zusammenbruch zu bringen. Nichtsdestoweniger war ihm klar, daß er eiligst eine andere lösung finden mußte. Klunkerziege würde so schnell und einfach nicht ruhigzustellen sein, wenn sie einmal angefangen hatte, dann war sie kaum zu stoppen. Er ging zurück in sein headquarter und lehnte sich in seine funkerliege, ein geschenk von klunkerziege zu seinem letzten geburtstag. Die unglaubliche entspannung, die dieses fantastisch komfortable möbelstück jedesmal auf ihn ausübte war jetzt genau das richtige, um vernünftig nachzudenken. Er studierte das vermaledeite foto auf herz und nieren. Er wollte sich kein noch so kleines detail entgehen lassen, denn er war sich sicher, daß er irgendetwas übersehen hatte. Die aufnahme war entstanden auf dem letztjährlichen treffen der junkerriege, jenem albernen karnevalsartigem verein, dem sie beide angehörten. Klunkerziege war schon nicht mehr ganz nüchtern, und er selber – na ja, er spottete jeder beschreibung. Sie beide trugen die orden am revers, die tradtionell dem erzähler der besten lügengeschichte verliehen wurden – baron münchhausen war schirmherr der veranstaltung, und sowohl klunkerziege als auch er waren die großmeister im erfinden irgendwelcher hanebüchenen anekdoten. Plötzlich begann irgendwo in seinen grauen zellen ein schalter umzuklappen. Er griff eilig zu einem stück papier und notierte: klunkerziege. funkerliege. junkerriege. flunkersiege (so lautete die vereinsinterne bezeichnung für den gewinn eines lügen-ordens). Er schwitzte. Irgendwie war es klunkerziege gelungen, einen virus in form eines reimes zu schreiben. Diese schlange! Er lächelte, es war wirklich erstaunlich, was ihr immer wieder einfiel. Ohne lang zu fackeln schrieb er das wort auf, was jetzt zwangsläufig auf der hand lag: bunkerkriege. Das also war es, was sie als nächstes geplant hatte, ein eindringen in sein hauptquartier. Na warte, dachte er, die suppe wird ich dir gehörig versalzen...doch weiter kam er nicht. Mit einem mal war der ganze raum von einem unerträglichem geknirsche durchflutet, ein wahrhaft widerliches geräusch. Er blickte wild um sich, und dann sah er es: klunkerziege, höchstwahrscheinlich die leibhaftige, stand am balkon und goß die blumen, und der höllische krach war das wachsen der pflanzen! Was sollte er jetzt bloß machen???
10: tonka schrieb am 12.08.2001 um 17:33 Uhr
klunkerziege in voller montur über und über behängt mit glitzerndem klimperndem tand. er direkt daneben wie er sie mit offenem mund anglotzte, als hätte er einen dachschaden und einen dieser ohrringe, gegen die kronleuchter trübe funzeln waren, berührte. was für ein glück, daß er sie herausgelockt hatte. sie hatte also nicht einfach nur geblufft. natürlich bedeutete das auch, daß er negative, dateien, abzüge, eben alles an sich bringen mußte. aber das machte nichts.
digivaders hervorstechendste eigenschaft war seine fähigkeit in sekundenschnelle generalstabsmäßige pläne zu entwickeln. hatte er das problem einmal erkannt, lief der rest wie von selbst. er hieß seinen klon das bild entwenden und sich alsbald bei ihm unter der erde wieder zu materialisieren. zufrieden erhob er sich und steckte sich noch eine zigarette an. oh, er wußte wie sehr klunkerziege diesen geruch hasste. das war schon immer so gewesen.
der morgen graute, die stadt erwachte langsam aus der dunkelheit während die stille noch eine weile andauerte. digivader liebte diese tageszeit und stieg die treppen hinauf um vor die tür zu treten und diesen moment zu geniessen. er schlenderte zum tor und blickte die strasse hinunter. was war das? die dämmerung schien einen fokus zu haben. weit hinten gab es einen schimmernden punkt der langsam grösser wurde. langsam kam es immer näher, je näher um so langsamer. er starrte und starrte. wenn er doch nur klunkerziegens sehvermögen hätte. unglaublich was sie entdecken konnte, noch bevor andere auch nur ahnten, dass es so etwas übehaupt gibt. er stand bewegungsunfähig am tor und dann erkannte er was es war: klunkerziege in voller montur. sie blieb stehen und nickte freundlich. er glotzte und streckte eine hand durch die gitterstäbe des tores. goddammit! schon wieder, er glotzte. im selben augenblick hörte er neben all dem gebimmel noch ein geräusch. niemand, wirklich niemand hatte so empfindliche ohren wie er. seinerzeit hatten klunkerziege und er sich immer gegenseitig in die rippen geboxt und einander gefragt ob er denn die flöhe husten höre und sie weisse mäuse in der arktis sähe. wenn er sich anstrengte konnte er sogar die stille hören.
jetzt grade hörte er ein surren und ihm schwante böses. das war keine echte klunkerziege, das war auch kein simples java-applet, das war etwas anderes. es lachte. es lachte ohne spott und häme, so wie man sich manchmal über einen dämlichen witz ausschüttet vor lachen. nur soviel war sicher: klunkerziege hatte ihn gescannt und sie hatte einen punkt gemacht.
9: sven schrieb am 10.08.2001 um 17:26 Uhr
ein lautes statisches entladen durchdrang digivaders' unterirdisches hauptquartier, gefolgt von einem dumpfen aufprall und einem unterdrücktem schmerzensschrei. er überprüfte die verbindung zu seiner virtuellen maschine. sie funktionierte einwandfrei, doch was sah er da durch sein zweites augenpaar? klunkerziege! sie lag am boden, dreckverschmiert, doch ganz offenbar unverletzt, denn sie rappelte sich bereits wieder auf. "o weh, das zweite mal, daß ich heute stürze", hörte er sie murmeln. er musste gleich aus zweierlei gründen lächeln. zum einen, weil sie wirklich ein absurd komisches bild abgab, wie sie so dastand: naß wie ein begossener pudel, eine schlammkruste in augenhöhe quer über ihr gesicht, die ihr das aussehen eines waschbären, nein, das aussehen des frontmanns der achtziger combo "adam and the ants" verlieh. zum anderen, weil sie anscheinend tatsächlich nicht bemerkt hatte, daß er gar nicht leibhaftig vor ihr stand, sondern lediglich sein virtuelles abziehbild. dabei war sie es doch gewesen, die dieses recht pfiffige java-applet programmiert hatte. "klunkerziege, hut ab", so hatte er ihre email beantwortet, in der sie ihm das grade mal 12 kb große, aber dennoch ausgesprochen leistungsstarke überwachungstool "klon_dich_virtuell.class" hatte zukommen lassen. er hielt inne. wieso hatte sie ihn eigentlich entdecken können? er hatte doch penibelst darauf geachtet, daß niemand... er hätte sich ohrfeigen können. natürlich, die kippe! als er klunkerzieges programm auf seine zwecke angepaßt hatte, war irgendwie ein bug mit hineingeraten, der jedesmal, wenn er eine rauchte, den geruch direkt ins abziehbild übertrug. damit war er schon des öfteren in fisimatenten geraten, aber gelernt hatte er nichts aus seiner dummheit. jetzt war es auch egal. "klunkerziege, liebes, was machst du denn hier draußen bei dem wetter?", fragte er in seinem unschuldigstem ton. "ich wohne hier, hast du das etwas nicht gewußt?", säuselte sie derartig zuckersüß, daß er sofort mißtrauisch wurde. "ich meinte etwas gesehen zu haben, und bin daher sofort nachschauen gegangen. dachte mir, falls da jetzt jemand draußen ist, bei diesem wetter, dann könnte ich..." mit der geschwindigkeit einer angreifenden klapperschlange war ihre hand in der innentasche des nerzjäckchens verschwunden und auch schon wieder erschienen. wie ein angreifender karatekämpfer stand sie jetzt da und streckte ihm den rechten arm entgegen. "siehst du das? ha ha haa, was sagst du jetzt?" sein virtueller klon wurde für den bruchteil einer sekunde durchsichtig, denn digivader schwanden die sinne. das foto. sie hatte das foto! er blinzelte und betrachtete zu ersten mal genauer, was er eigentlich schon lange verdrängt hatte...
8: tonka schrieb am 10.08.2001 um 17:05 Uhr
Digivader überlegte fieberhaft. noch nie hatte ihn sein brillanter verstand im stich gelassen. er wusste, dass er die lösung finden würde. er durfte sich nur nicht von diesem rotglühenden draht aus der fassung bringen lassen. klunkerziege hatte ihn schon des öfteren an diesem haken gehabt, ihre fähigkeiten standen denen der spinne thekla in nichts nach. sollte sie etwas mit dem stromausfall zu haben? Nein, das war unmöglich. eine komplette stadt würde er ihr ja noch zutrauen, aber gleich eine ganze region? wenn der stromausfall auf ihr konto ging musste sie eine professionelle bande im rücken haben. oder doch das gewitter? simple naturgewalt und sie hatte sich den zufall zunutze gemacht. langsam kroch die wut wieder in ihm hoch.
obwohl seine augen sich inzwischen an die finsternis gewöhnt hatten, konnte er nicht erkennen ob klunkerziege noch immer an ihrem fenster lehnte. ungeduldig kramte er in seiner jackentasche.
sie lehnte nicht. noch während digivader die stromversorgung im umland abfragte hatte sie ihre alte jacke übergeworfen und war aus dem haus gestürmt. der regen hatte nachgelassen. gebückt schlich sie an der alten ligusterhecke entlang. ungefähr 2 meter entfernt glomm ein flämmchen auf, der wind wehte ihr einen altbekannten geruch in die nase. es gab nur einen der dieses widerliche kraut zu jeder tag- und nachtzeit rauchte. sie verharrte in geduckter position. "ist er denn wirklich mein feind?" fragte sie sich zum wiederholten mal. mit einer fahrigen bewegung wischte sie alle gedanken beiseite und setzte zum sprung an.
7: sven schrieb am 10.08.2001 um 17:05 Uhr
*plopp*. die mattscheibe kontrahierte auf einen winzigen weißen punkt in der mitte, und auch dieser verschwand sofort. "mist, verdammter, elendiger dreck!! stromausfall!" digivader war außer sich vor wut, was normalerweise gar nicht seine art war, aber ausgerechnet jetzt mußten diese verfluchten idioten von den stadtwerken versagen. wie sollte er jetzt jemals erfahren, ob die biene maja den fängen der bösen spinne thekla entronnen war? zugegeben, es war schon ein wenig kindisch, seine vorliebe für vorschul-cartoons, aber das änderte auch nichts - er saß alleine im stockdunklen und konnte die hand nicht vor augen sehen.
schnell regte er sich wieder ab, um seine verbliebenen sinne scharf auf die ungewohnte situation zu fokussieren, denn die unvollendete geschichte aus der welt der bienen war beileibe nicht das einzige problem, was sich aus der plötzlichen eklipse ergab. klunkerziege. wie ein rotglühender kupferdraht erschien der name vor seinem inneren auge. ob sie wohl dahintersteckte? er überprüfte umgehend sein kurzwellenaggregat, ja, kein problem, der notstromtrafo funktionierte einwandfrei. ein kurzer funkverkehr gab ihm schnell die gewünschte auskunft - offensichtlich war auch in köln der strom ausgefallen. merkwürdig, merkwürdig, so ein landesweiter zusammenbruch der energieversorgung...was konnte die ursache sein?
6: tonka schrieb am 10.08.2001 um 17:04 Uhr
für einen kurzen augenblick senkte sie die lider und presste ihre stirn gegen die glatte kühle der fensterscheibe. das zittern liess nach, nur der schweiss rann ihr in einklang mit dem regen den rücken hinab. ganz am rande ihrer aufmerksamkeit hatte sie etwas wahrgenommen ohne es zu beachten. sie hing erinnerungen nach, bilder zogen in schneller folge durch ihren kopf. sie wippte zu einem imaginären rhytmus. nichts war von ihrer anspannung zu spüren da liess ein erneuter donnerschlag das glas erzittern . ein blitz durchzuckte den himmel als sie schlagartig aus ihrer trance erwachte.
im hauseingang auf der anderen strassenseite lehnte eine gestalt. sie hatte sie zuvor bemerkt und ignoriert, um ihrer vergangenheit nachzuhängen. die gestalt hatte sie die ganze zeit aufmerksam beobachtet. ihre finger krampften sich um das foto. ein weiterer blitz erhellte die straße, sekunden später war es dunkel. absolut dunkel. in der ganzen stadt war der strom ausgefallen.
5: sven schrieb am 10.08.2001 um 17:04 Uhr
klunkerziege öffnete die oberste schublade des lädierten chippendales. wie konnte sie nur so irre gewesen sein, sich diesen modrig müffelnden antiktand ins arbeitszimmer zu stellen? wenn sie daran dachte, was sie seinerzeit alles hatte verkaufen müssen um sich das stück leisten zu können...sie schob den gedanken beiseite, denn ihr blick fiel auf das fotoalbum. genau das war es, was sie gesucht hatte in den letzten stunden, die ultimative lösung für das rätsel, das sie sich zu lösen auf die fahnen geschrieben hatte. "digivader, du bist erledigt", sagte sie laut und schreckte vor ihrem eigenen tonfall zurück. wie zur bestätigung drang das laute krachen eines donnerschlages durchs fenster hinein und der regen nahm an intensität zu.
ihre kopfschmerzen wurden durch ein gefühl der unbesiegbarkeit verdrängt, und sie spürte ein erregtes zittern in ihren beinen. mit wackligen knien trat sie ans fenster und blickte nach draußen. sintflutartig strömte der regen vom himmel und sprang zentimeterhoch vom asphalt ab. ihre konzentration war elektrisierend wie das knistern eines blitzes, als sie das album auf den fenstersims legte und langsam aufschlug. sie blätterte zielbewußt auf die vorletzte seite, und tatsächlich, da war es, das foto, was die große wende in ihrer vertrackten lage zu bringen versprach.
4: tonka schrieb am 10.08.2001 um 17:04 Uhr
Vorsichtig schüttelte sie den klinglenden kopf und betrachtete den trümmerhaufen. es wäre ohnehin zeit gewesen das mobiliar auszutauschen. sie hob den spiegel, der wie durch ein wunder nicht zerbrochen war, auf und schnitt sich selbst grimassen. das hatte noch immer bei gefrorenem lächeln geholfen."frackschosssausen" pah! ok, sie würde DigiVader gegenübertreten müssen, aber was konnte schon passieren?. entschlossen straffte sie die schultern und schaute sich tief in ihre wunderschönen blauen augen. plötzlich lachte sie laut auf. "natürlich! warum bin ich nicht gleich darauf gekommen?" sie hatte eine idee.
3: sven schrieb am 10.08.2001 um 17:03 Uhr
"Frackschoßsausen. Ich habe tierisches Frackschoßsausen, wenn ich auch nur daran denke, was mir am Samstag bevorsteht." Klunkerziege rieb sich den Hinterkopf und versuchte, sich aus den Trümmern ihres sündhaft teuren Lois Seize Schreibtischstuhls zu erheben. Auch die Chippendalekommode hatte ihren Teil abgekriegt - Klunkerziege musste lächeln, ihr Kopf war einfach härter als Holz. Doch das Lächeln gefror ihr im Gesicht, denn wieder dachte sie an den kommenden Samstag. "Meine Güte, was hab ich mir da bloß eingebrockt??"
2: tonka schrieb am 10.08.2001 um 17:03 Uhr
...der stuhl unter ihr zusammenbrach. sie knallte mit dem hinterkopf auf die frisierkommode und wurde ohnmächtig. als sie wieder aufwachte sah sie immer noch sternchen, aber das wort war da! und zwar nicht allein. es hatte einen kompletten satz im schlepptau:
1: sven schrieb am 10.08.2001 um 17:02 Uhr
es war eine finstere nacht. ganz köln lag unter einer dichten wolkendecke, aus der es unabläßlich vor sich hin regnete. klunkerziege war hellwach und starrte auf ihren monitor. 16 stunden hatte sie bereits versucht, das richtige wort zu finden, als plötzlich...